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Demenz – Sterberisiko reduziert durch Hormontherapie

Dienstag, 22. August 2017

Die Anwendung einer systemischen Östradiol-basierten Hormontherapie reduziert das Risiko, an einer vaskulären oder Alzheimer-Demenz zu versterben. Dabei ist der Effekt bei der vaskulären ausgeprägter als bei der Alzheimer-Demenz (Mikkola et al. Lower Death Risk for Vascular Dementia Than for Alzheimer's Disease With Postmenopausal Hormone Therapy Users. J. Clin. Endocrinol. Metab. 2017; 102: 870-877).
Mit Hilfe eines nationalen Krankenversicherungsregisters identifizierten Mikkota et al. 489.105 postmenopausale finnische Frauen, die zwischen 1994 und 2009 eine Östradiol-basierte systemische Hormontherapie anwendeten. Zwischen 1998 und 2009 verstarben von diesen Frauen 581 an vaskulärer und 1057 an Alzheimer-Demenz. Verglichen wurden Todesfälle einer altersstandardisierten weiblichen Population mit Todesfällen bei Hormontherapie-Anwenderinnen mit einer Behandlungsdauer < oder ≥ 5 Jahren. Weiter wurde das Demenz-Sterberisiko von Frauen verglichen, die mit der Anwendung vor oder nach dem 60. Lebensjahr begannen.
Unter einer systemischen Östradiol-basierten Hormontherapie war das Sterberisiko bei vaskulärer Demenz um 37-39% reduziert. Dies galt unabhängig von der Art und Dauer der Hormontherapie (Östrogen-Monotherapie vs. kombinierte Hormontherapie). Im Vergleich war das Sterberisiko nach Anwendung < 5 Jahre bei der Alzheimer-Demenz nicht reduziert. Lediglich bei Anwendung einer Hormontherapie von mehr als 5 Jahren sank das Sterberisiko um 15%. Ein Zusammenhang zwischen dem Alter bei Therapiebeginn (< 60 vs. ≥ 60 Jahre) mit dem Sterberisiko konnte nicht nachgewiesen werden.

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